Über das Projekt – Mehrsprachigkeit ist klasse!
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ÜBER DAS PROJEKT
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Was bedeutet Mehrsprachigkeit?
Und was sind eigentlich Herkunftssprachen?

Mehrsprachigkeit? Muttersprache? Herkunftssprache?
Ganz schön verwirrend. Wir wollen die Begriffe kurz erklären:

Muttersprache

Mit Muttersprache meint man die Sprache, die ein Kind als erstes gelernt hat. Deswegen nennt man sie auch Erstsprache. Wenn Kinder mit mehreren Sprachen gleichzeitig aufwachsen, haben sie manchmal auch mehrere Muttersprachen. Dann wachsen sie mehrsprachig auf.

 

Ein Beispiel: Fatmas Eltern sind in Syrien geboren und aufgewachsen. Zu Hause und mit der Familie haben sie Kurdisch gesprochen, auf der Straße, beim Einkaufen oder in der Schule und Universität meistens Arabisch. Ihre Muttersprachen sind also Kurdisch und Arabisch.

Herkunftssprache

Bei der Herkunftssprache ist das etwas anders. Wenn ein Kind mit Migrationshintergrund in Deutschland aufwächst und zur Schule geht, benutzt es meistens Deutsch. Zu Hause spricht es aber oft eine andere Sprache. Da es diese Sprache aber nur in der Familie spricht, ist es wahrscheinlich, dass das Sprachniveau niedriger ist als bei einem Menschen, der die Sprache im Herkunftsland gelernt hat.

 

Ein Beispiel: Fatmas Eltern sind nach Deutschland gekommen, als Fatma 3 Jahre alt war. Fatma ist in Deutschland zur Kita und Schule gegangen und studiert jetzt an der Universität. Kurdisch spricht sie nur mit ihren Eltern, Geschwistern und wenn sie die Großeltern in Syrien anruft. Sie spricht Kurdisch nicht so gut wie ein:e Muttersprachler:in, weil sie es nur selten und in immer wieder ähnlichen Situationen mit der Familie benutzt. Kurdisch ist also ihre Herkunftssprache.

Warum ist die Förderung von
Mehrsprachigkeit und Herkunftssprachen wichtig? 

Es gibt viele Gründe für die Förderung von Mehrsprachigkeit.
Einige Beispiele sind:

Mehrsprachigkeit ist in einer globalisierten Welt eine wichtige Qualifikation. Wer mehrere Sprachen spricht, hat es in vielen Berufen später leichter.

 

Die Gesellschaft und insbesondere Schulen sind schon jetzt mehrsprachig. Viele Kinder sprechen neben Deutsch auch Türkisch, Polnisch, Arabisch, Kurdisch, Dari und viele weitere Sprachen. Und auch Kinder, die nur Deutsch sprechen, haben einen Vorteil: Sie lernen ganz nebenbei weitere Sprachen mit und es fällt ihnen leichter, sich auf andere (Fremd-)Sprachen einzulassen.

Wenn Kinder gleichzeitig mehrere Sprachen lernen, dann überfordert sie das nicht. Ganz im Gegenteil! Die kognitive Entwicklung des Kindes wird gefördert.

 

Sprachen sind ein wichtiger Teil der Identität. Für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass sie ihre Sprache(n) als etwas Wertvolles ansehen können. Das stärkt das Selbstbewusstsein – und trägt zur Integration bei. Auch die Gesellschaft kann erkennen, dass alle Sprachen wertvoll sind, nicht nur „westliche Prestigesprachen“ wie Französisch, Englisch oder Spanisch.

Manche Kinder können ihre Sprache schon gut sprechen, müssen aber das Schreiben noch mehr üben. Andere Kinder können vielleicht nur auf Deutsch schreiben, aber nicht auf Arabisch oder Russisch. In den Kursen machen die Kinder da weiter, wo sie gerade stehen. Sie lernen, verbessern und festigen ihre Sprache. Dazu gehört auch, dass die Kinder sich mit der Kultur des Herkunftslandes beschäftigen. Außerdem lernen sie, dass ihre Erstsprache sehr nützlich für sie sein kann und für ihre Persönlichkeit sehr wichtig ist.

Die Kinder sollten gleichzeitig Deutsch und ihre Herkunftssprache lernen. Denn wer die Herkunftssprache beherrscht, lernt auch die Zweitsprache Deutsch leichter, das wissen wir aus verschiedensten wissenschaftlichen Untersuchungen. Im Gegensatz dazu können Kinder, die ihre Herkunftssprache schlecht beherrschen, häufig auch schlechter Deutsch.

Kinder, die in ihrer Herkunftssprache gefördert werden, haben bessere Chancen auf einen höheren Schulabschluss.

Die Herkunftssprache ist ein wichtiger Teil der kulturellen Identität der Kinder und Jugendlichen. Um sich persönlich gut entwickeln und entfalten zu können, ist es wichtig, dass die Kinder in beiden Sprachen gefördert werden.

Das Lernen der Herkunftssprache fördert sogar das Lernen weiterer Sprachen! Die meisten Kinder haben keine Probleme beim Lernen mehrerer Sprachen. Wenn ein Kind Schwierigkeiten beim Lernen hat, ist es wichtig, dass es professionell gefördert wird.