Über das Projekt – Mehrsprachigkeit ist klasse!
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Über das Projekt
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Was bedeutet Mehrsprachigkeit?
Und was sind eigentlich Herkunftssprachen?

Wenn wir über Mehrsprachigkeit sprechen, dann gibt es viele Begriffe, die immer wieder genannt werden. Erstsprache, Muttersprache, Herkunftssprache,…

Wir wollen die Begriffe kurz erklären:

Die Erstsprache bezeichnet die Sprache, die ein Mensch von Geburt an als erstes lernt und am „prägendsten“ ist. Er bezieht sich also auf den Zeitpunkt des Erwerbs. Ein Kind kann mehrere Erstsprachen haben, wenn es von Anfang an mit mehreren Sprachen aufwächst. Der Begriff “Erstsprache“ ist inklusiv – er schließt alle Bezugspersonen (Eltern, Geschwister, soziales Umfeld usw.) ein. In vielen Fällen ist die Erstsprache die stärkste und am meisten genutzte Sprache des Kindes. Oft kann es aber auch sein, dass die Zweitsprache die „starke“ Sprache ist, z.B. weil die Erstsprache wenig genutzt wird oder eine Minderheitensprache ist und damit als weniger wichtig angesehen wird.  

Wir verwenden bewusst den Begriff „Erstsprache“, um alle Personen einzuschließen, die mit einer anderen Sprache als der Umgebungssprache aufwachsen – unabhängig davon, wer diese Sprache vermittelt, welcher Nation sich diese Person zugehörig fühlt oder ob ein persönlicher Bezug zum Herkunftsland besteht. 

 

Quellen:
Regine Fehlings de Acurio. Mehr Sprachen – mehr Chancen: Über Zwei– und Mehrsprachigkeit von Kindern. Dohrmann–Verlag Berlin Berlin, 2016, S. 8ff. 

Triulzi, M., Winter, C. & Maahs, I. (2023). Erstsprache, Muttersprache, Herkunftssprache oder Familiensprache? Eine Analyse von Portfolioarbeiten Lehramtsstudierender zu Bezeichnungspraktiken sprachlicher Heterogenität im Kontext von Mehrsprachigkeit. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 28(2), 57–87. 

Mit Muttersprache meint man die Sprache, die ein Kind als erstes gelernt hat. Deswegen nennt man sie auch Erstsprache. Wenn Kinder mit mehreren Sprachen gleichzeitig aufwachsen, haben sie manchmal auch mehrere Muttersprachen. Dann wachsen sie mehrsprachig auf. Es gibt in den letzten Jahren viel Kritik am Begriff „Muttersprache“, denn nicht nur Mütter vermitteln die Sprache! Auch Väter, Großeltern und das soziale Umfeld spielen eine entscheidende Rolle. Der Begriff ist historisch belastet: Früher wurde Sprache besonders mit nationaler Identität verknüpft, das kann ausgrenzend wirken.

 

Quellen: 
Jakiša, Miranda (2020), Muttersprache war gestern, in medienportal.univie.ac.at, 07.Mai. 

https://www1.wdr.de/nachrichten/tag-der-muttersprache-erstsprache-zehn-wissenswerte-dinge-100.html 

Gemeint ist die Sprache, die innerhalb der Familie oder der Community gesprochen wird, aber die nicht die Umgebungssprache ist. Die herkunftssprachlichen Sprecher:innenumfassen eine vielfältige Gruppe, darunter sowohl Personen, die selbst nach Deutschland eingewandert sind, als auch diejenigen, die hier als Kinder eingewanderter Eltern geboren wurden und aufgewachsen sind und ihre nachfolgenden Generationen. Der Begriff Herkunftssprache sollte aber auch mit Bedacht verwendet werden, da er den Aspekt der Herkunft und nationalen Identität besonders betont, mit dem sich nicht alle Sprecher:innen identifizieren können. 

 

Quellen:
Neuhold, P. (2022). Heteroglossisch denken und experimentieren. Notizen zu den Begrenzungen der Begriffe Muttersprache, Herkunftssprache und Erstsprache. Wiener Linguistische Gazette, Nr. 92, 35-39. 

Mehlhorn, G. (2020). Herkunftssprachen und ihre Sprecher/innen. In: Gogolin, I., Hansen, A., McMonagle, S., Rauch, D. (Hrsg.), Handbuch Mehrsprachigkeit und Bildung. Wiesbaden: Springer VS. 

Die Familiensprache meint alle Sprachen, die in einer Familie zur Kommunikation genutzt werden. Hier spielen der soziale Aspekt und das Umfeld die wichtigste Rolle, nicht wann eine Sprache erworben wurde. Durch die Familiensprache(n) erwirbt das Kind seine Identität und sein Selbstwertgefühl. Häufig, aber nicht immer, ist die Familiensprache/sind die Familiensprachen auch die Erstsprache(n). 

 

Quelle: https://www.mehrsprachigkeit.uni-hamburg.de/oeffentlichkeit/grundwissen/herkunftssprachen.html

Warum ist die Förderung von Mehrsprachigkeit wichtig?

Es gibt viele gute Gründe für die Förderung von Mehrsprachigkeit.
Wir haben hier 5 wichtige Gründe zusammengefasst:

 

 

Gründe_für_die_Förderung_von_Mehrsprachigkeit.pdf

Manche Kinder können ihre Sprache schon gut sprechen, müssen aber das Schreiben noch mehr üben. Andere Kinder können vielleicht nur auf Deutsch schreiben, aber nicht auf Arabisch oder Russisch. In den Kursen machen die Kinder da weiter, wo sie gerade stehen. Sie lernen, verbessern und festigen ihre Sprache. Dazu gehört auch, dass die Kinder sich mit der Kultur des Herkunftslandes beschäftigen. Außerdem lernen sie, dass ihre Erstsprache sehr nützlich für sie sein kann und für ihre Persönlichkeit sehr wichtig ist.

Das Lernen der Herkunftssprache fördert sogar das Lernen weiterer Sprachen! Die meisten Kinder haben keine Probleme beim Lernen mehrerer Sprachen. Wenn ein Kind Schwierigkeiten beim Lernen hat, ist es wichtig, dass es professionell gefördert wird.

Zur Evaluation der Projekt- und Kursziele wurden im Schuljahr 22/23, 23/24 sowie 24/25 u.a. eine Befragung der Teilnehmer:innen durchgeführt. Diese zielte sowohl auf eine Selbsteinschätzung der Kinder und Jugendlichen bzgl. ihrer sprachlichen Progression ab als auch auf Identitätsentwicklung und Steigerung sozialer Kompetenzen. Die Ergebnisse sind hier nachzulesen:

-> Evaluationsergebnisse MIK Kurse 2022-23

-> Evaluationsergebnisse MIK Kurse 2023-24

-> Evaluationsergebnisse MIK Kurse 2024-25

Unter den Lehrkräften des Projekts wurden außerdem Befragungen zur Evaluation der angebotenen Fortbildungen für das Schuljahr 24/25 durchgeführt.

Diese zielen auf bedarfsgerechte Förderung der Lehrkräfte und Qualitätssicherung der Kurse ab. Die Ergebnisse sind hier nachzulesen:

-> Evaluationsergebnisse MIK Fortbildungen 2024-25

Dokumentation Fachtag
„Mehrsprachigkeit ist klasse!“ 2023

Am 17. Juni 2023 haben wir zu unserem Fachtag „Mehrsprachigkeit ist klasse!“ eingeladen. Fast 100 Sprachlehrer:innen und Expert:innen aus ganz Thüringen und darüber hinaus trafen sich im Jenaer Volkshaus zu fachlichem Austausch und Vernetzung. Hier finden Sie alle Materialien sowie eine Zusammenfassung des Tages zum Download. Lassen Sie den Tag Revue passieren!