Allgemein – Seite 3 – Mehrsprachigkeit ist klasse!
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Auftakt zum digitalen Gestalten: ein neuer Workshop zu KI, Book Creator & Co.

Durch die zunehmende Digitalisierung ergeben sich auch für Lehrkräfte die Notwendigkeit und Chance, diese mehr in den Unterricht einzubeziehen. Besonders künstliche Intelligenzen wie ChatGPT oder andere Gestaltungs- und Gamification-Tools können die Art des Unterrichtens und Vorbereitens enorm verändern. Daher fand am letzten Wochenende der Workshop “Digitales Unterrichtsmaterial – Entdecken und selbst gestalten” für Lehrkräfte des Projektes “Mehrsprachigkeit ist klasse!” statt. Der Workshop bot eine Einführung in verschiedene digitale Unterrichtsmaterialien und Anregungen für die zukünftige Nutzung. 

Nach einem Austausch darüber, welche digitalen Medien die Lehrkräfte bereits kennen und für ihren Unterricht nutzen, wurde diskutiert, wie digitales Unterrichtsmaterial den Unterricht bereichern kann, aber auch welche Herausforderungen sich ergeben können. Es wurden dabei bereits verschiedene digitale Tools vorgestellt, die für die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts genutzt werden können.  

Im nächsten Schritt wurden zwei Tools noch einmal genauer vorgestellt: der Chatbot “ChatGPT” und das Tool “Book Creator” zur Gestaltung von digitalen Büchern. Diese konnten die Teilnehmenden dann auch praktisch ausprobieren und mit ihrer Hilfe ein Arbeitsblatt oder ein digitales Buch gestalten.  So sollen die Lehrkräfte dazu befähigt werden, sich mit diesen Methoden über den Workshop hinaus auseinanderzusetzen, sie zur Kursvorbereitung zu nutzen oder im Unterricht einzusetzen.  

Hier ein Ergebnis aus dem Workshop von unserem Dozenten Oleh Nikishov, erstellt mit Book Creator

Neues Workshop-Format gestartet: Kollegiale Hospitation

Der Umgang mit verschiedenen Alters- und Niveaustufen, die Suche nach geeigneten Materialien für eine heterogene Gruppe oder das Klassenmanagement sind einige der Schwierigkeiten, mit denen Lehrkräfte im Erstsprachunterricht allgemein und im Projekt „Mehrsprachigkeit ist klasse!“ insbesondere konfrontiert sind. Um diese Herausforderungen Schritt für Schritt zu überwinden, bieten wir unseren Lehrkräften die Möglichkeit, durch kollegiale Hospitation von den Ideen und Erfahrungen ihrer Kolleg:innen zu lernen. Es geht darum, zu beobachten, wie andere Lehrkräfte mit ähnlichen Schwierigkeiten umgehen, neue Ideen für die eigene Praxis zu gewinnen und sich mit Kolleg:innen auszutauschen. Die Reihe besteht aus drei Teilen:

  • Workshop 1 „Gemeinsamen besser unterrichten“: In diesem Workshop erhalten die Lehrkräfte Inputs zu den Kriterien eines guten und abwechslungsreichen Unterrichts, zu Vorbereitung und Protokollieren einer Hospitation und zu konstruktivem Feedback.
    • Praxisphase: In dieser Phase arbeiten die Lehrkräfte selbstständig mit ihrem / ihrer Partner:in. Sie planen ihren Unterricht mit den gelernten Prinzipien aus Workshop 1, hospitieren bei anderen Lehrkräften und geben Feedback zum Unterricht.
    • Austauschrunde: Die Lehrkräfte tauschen sich über ihre unterschiedlichen Erfahrungen in der Praxisphase aus.

    Am 05.04.2025 fand in den Räumlichkeiten der Kindersprachbrücke der Workshop „Gemeinsam besser unterrichten“ statt. Diskussionen über Unterricht, Hospitation und Feedback standen im Mittelpunkt und die Teilnehmenden erhielten Werkzeuge, die sie für die Praxisphase benötigen. Dabei haben sie auch ihre / ihren Partner:in für die nächste Runde kennengelernt und die gegenseitigen Hospitationen geplant. Die elf Workshop-Teilnehmenden gaben ein positives Feedback zu dem neuen Austauschformat.

    Lesetipp zum Welttag des Buches

    Es wird Nacht im Zoo, doch Papagei Pippo kann nicht einschlafen. Wer heult da nur? Pippo fliegt durch die Gehege, um den Ursprung des Lärms zu finden und kann so manchem Tier dabei helfen, sich fürs Bett vorzubereiten. 😴

    Und wer da so heult? Das findet er auch heraus! 🦜

    Einschlafen ist manchmal gar nicht so leicht – ganz besonders Eltern wissen, wie aufregend die Ins-Bett-geh-Zeit für Kinder sein kann. Nach einem aufregenden Tag fliegen die Gedanken! 💭

    „Gute Nacht im Zoo“ von Katharina E. Volk und Anastasiya Halionka ist eine tolle zweisprachige Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen, in der Kinder Einschlafrituale und ganz nebenbei verschiedene Sprachen entdecken können. Auch im mehrsprachigen Bücherkoffer von coach@school (verlinken) ist die Geschichte von Pippo dem Papagei enthalten und es kam in unseren Bücherkoffer-Klassen besonders gut an! 📚

    In unserem Projekt „Mehrsprachigkeit ist klasse!“ rollen mit dem Bücherkoffer in 13 Klassen jede Woche 24 verschiedene mehrsprachige Kinderbücher nach Hause in die Familien, wo Kinder gemeinsam mit ihren Eltern lesen können. Denn Vorlesen hat viele Vorteile!

    ➡️ Vorlesen stärkt die Eltern-Kind-Beziehung

    ➡️ Vorlesen fördert Kreativität, Konzentration, Fantasie und Empathievermögen

    ➡️ Vorlesen steigert die Sprachkompetenz und steigert die Bildungschancen von Kindern

    Besonders gut gefällt uns, dass das Buch in 12 Sprachpaarungen erhältlich ist, unter anderem in Persisch, Kurdisch, Rumänisch, Spanisch, Arabisch und Polnisch. Für mehrsprachige Familien eine tolle Möglichkeit, alle Familiensprachen zu fördern. Aber auch einsprachige Familien können so ganz nebenbei die Sprachenvielfalt der Welt entdecken! 🌈

    Projektvorstellung im Seminar „Migration und Mehrsprachigkeit“

    Am 14.01.2025 durften wir die im Rahmen des Projekts „Mehrsprachigkeit ist klasse!“ gewonnenen Erkenntnisse zur Relevanz von Erstsprachenunterricht in Thüringen den Studierenden des DaF/DaZ-Masters der Friedrich-Schiller-Universität im Rahmen des Seminars „Migration und Mehrsprachigkeit“ von Prof. Dr. Czinglar vorstellen.

    Der Theorieteil des Vortrags umfasste zum einen wichtige Hintergrundinformationen zur Lage des herkunftssprachlichen Unterrichts in Deutschland und der bundesweiten, unterschiedlichen Organisation der herkunftssprachlichen Förderung (kurz HSF). In diesem Rahmen wurde auch speziell auf die Lage des erstsprachlichen Unterrichts in Thüringen geschaut.

    Angeknüpft wurde diesbezüglich direkt das Thüringer Landesprogramm zur Förderung von Herkunftssprachen „Mehrsprachigkeit ist klasse!“. Vorgestellt wurden zum einen die Organisation des durch das Thüringer Ministerium für Justiz, Migration und Verbraucherschutz (TMJMV) finanzierten Projekts, die Zusammenarbeit mit Vereinen, Initiativen oder Volkshochschulen und erstsprachlichen Lehrkräften, aber auch die verschiedenen Projektbausteine wie Kursformate, Zielgruppen, Mentoring, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören auch verschiedene Kooperationspartner:innen wie das Institut für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und interkulturelle Studien der FSU selbst. Dabei wurde auch die umfangreiche Einarbeitung, Weiterbildung und Beratung der Lehrkräfte zu Themen wie der Elternarbeit, kollegialer Hospitation, Sprach-, Lese- und Schreibförderung sowie Unterrichtsmaterialien thematisiert.

    Des Weiteren informierte der Vortrag auch über die Wirkungsziele des Kursangebots für Schüler:innen zwischen 6 und 21 Jahren, mit denen einerseits die Teilnehmer:innen ihre Mehrsprachigkeit bewusst als Teil ihrer Identität wahrnehmen, aber auch, dass die Thüringer Bevölkerung die Bedeutung von Mehrsprachigkeit und kultureller Vielfalt anerkennt.
    So konnten auch zahlreiche Erfolge präsentiert werden, die im Rahmen von „Mehrsprachigkeit ist klasse!“ erzielt wurden, wie zum Beispiel die 1.129 Kinder und Jugendlichen, die mit den Kursen bereits erreicht werden.

    Im Rahmen des Vortrags wurde am Ende auch ein Blick auf die Herausforderungen geworfen, wie die Sensibilisierung von Bildungsakteur:innen, die Bedarfsdeckung und die Gewinnung weiterer Förderpartner zur Verstetigung des Projekts.

    Der Vortrag endete mit einer Frage- und Diskussionsrunde. Gemeinsam mit den Studierenden wurden verschiedene Fragestellungen erörtert, zum Beispiel zum Mehrwert der Erstsprachen für den schulischen Kontext sowie der individuelle Entwicklung von mehrsprachigen Schüler:innen aber auch zum Umgang von Lehrkräften im Erstsprachenunterricht mit der sprachlichen Heterogenität der Lernenden, um allen Schüler:innen gerecht zu werden, sowie zu geeigneten didaktischen und methodischen Ansätzen.

    Leuchtende Kinderaugen und stolze Eltern in Greiz

    Heute haben wir das Abschlussfest unserer drei Arabischkurse in Greiz besucht. Eine unserer Lehrerinnen, Batoul Swedan, begrüßt die 45 Kinder und deren Eltern, Freunde und Unterstützer:innen:

    „Dieses besondere Ereignis ist nicht nur die Gelegenheit, die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler zu feiern, sondern auch ein Moment, um unsere Gemeinschaft, unsere Kultur und unsere Werte zu stärken. Unsere Kurse sind mehr als nur ein Ort des Lernens. Sie sind ein Ort, an dem Kulturen zusammenkommen, an dem Sprache, Wissen und Tradition bewahrt und weitergegeben werden.“

    Danach durften die Kinder zeigen, was sie in den letzten Monaten im Arabischunterricht gelernt haben. Sie erzählen vom Schreiben lernen und vom Buchstaben ض (ḍād, gesprochen „daad“), den es nur im Arabischen gibt. Die tragen selbstbewusst Gedichte vor, singen und tanzen. Dabei fiebern auch die Eltern mit und stimmen bei den Liedern mit ein.

    In einem kleinen Theaterstück fragt eine Schülerin eine andere: „Wieso gehst du noch in die Arabischschule, wenn du doch schon in die deutsche Schule gehst? Dort lernst du Englisch, Spanisch und so weiter… ist das dann nicht viel zu viel?“

    „Das ist doch unsere Muttersprache, wieso sollten wir sie verlieren?“, antwortet das Mädchen und fragt zurück: „Wenn wir in Syrien sind, wie sollen wir mit unseren Tanten oder Omas reden, wenn wir kein Arabisch sprechen?“

    Nach den Aufführungen wird es kreativ. An verschiedenen Bastelstationen gestalten die Kinder Schlüsselanhänger, Armbänder und kleine Taschen. Dabei dreht sich alles um die arabischen Buchstaben.

    Der rundum gelungene Nachmittag endet mit dem gemeinsamen Essen. Die Eltern und Lehrerinnen haben für ein fantastisches Buffet gesorgt. Wir bedanken uns für das tolle Fest und vor allem für das riesige Engagement des Teams in Greiz.

    !شكرًا

    Veranstaltungshinweis Qualitätszirkel Mehrsprachigkeit

    Am 25.11. von 14-15:30 Uhr sind alle Interessierten herzlich zu unserem Qualitätszirkel eingeladen.

    Wir freuen uns, eine weitere Facette von mehrsprachigkeitsorientierter Pädagogik unter die Lupe nehmen zu können. Unsere Kollegin Miglena Hristozova von der Initiative Mehrsprachigkeit und interkulturelle Bildung in Freiburg wird über das Themenfeld „Mehrsprachige Familien und einsprachige Bildungswelten“ sprechen. 

    Miglena begleitet seit vielen Jahren mehrsprachige Familien und bringt uns einen praxisgeladenen wie gleichsam wissenschaftlich-fundierten 360-Grad-Blick mit.